SVEHK - ASPEDA - ASGBA

Schweizerische Vereinigung der Eltern hörgeschädigter Kinder

IV-Absagen für Hilflosenentschädigung: Ab 2018 werden die Regelungen noch strikter

Seit August 2017 bezahlt die IV nur noch an ausgewählte Fälle eine Hilflosenentschädigung. Dies mussten bereits mehrere Eltern mit hörbeeinträchtigten Kindern feststellen. Sie erhielten nach Antragsstellung eine Absage vom IV-Sachbearbeiter, mit der Begründung, dass lediglich Kinder, die eine Hörminderung ab 55 dB haben, unterstützungsberechtigt seien. (Wohlgemerkt: Hörminderung gemessen mit Hörgerät! Anm.d.Red.)

Diese Auslegung fusst auf Artikel 8056.1 des Kapitels 4.2.2. der IV-Regelung Teil 3 «Hilflosenentschädigung». Welcher lautet: «Eine schwere Hörschädigung ist […] ab einer Hörschwelle von 55 dB im Frequenzbereich 500-4000 Hz anzunehmen.»

Mit dieser Argumentation würden aber die Meisten der Betroffenen nicht entschädigt werden. Würde man ihr folgen, könnte man meinen, dass die meisten hörbeeinträchtigten Kinder keine besondere therapeutische Unterstützung benötigten, um die schulische und berufliche Ausbildung zu meistern. Und dass erst eine Hörminderung ab 55 dB den Alltag erschwert. Was natürlich völlig an der Realität vorbei geht. Wir Eltern von hörgeschädigten Kindern wissen um das Ausmass des Aufwandes, die eine solche Beeinträchtigung im Alltag mit sich bringt. Und wir wissen, dass nicht alleine die prozentuale Grösse der Hörminderung (sprich: die Anzahl Dezibel) massgeblich für ein erfolgreiches Hörverständnis ist. Der Alltag ist und bleibt eine Herausforderung, egal, wieviele Dezibel Resthörvermögen da sind.

Der neue Entscheid der IV haut in dieselbe Kerbe wie die veraltete Regelung, dass ein Kind lediglich ein gesundes Ohr benötigt, um in die Lautsprache zu kommen und somit weder besondere Unterstützung benötigt, noch beidseitig mit Hörgeräten ausgestattet werden müsse. Dass dies ein Trugschluss ist, wird heute zum Glück nicht mehr bestritten.

Der SVEHK nimmt Stellung zu der neuen Auslegung der Regelung bezüglich der Hilflosenentschädigung und wehrt sich entschieden dagegen. Die Regionalgruppe Zürich ist in Kontakt mit dem Dachvorstand, um eine koordinierte Stossrichtung zu gewährleisten. Ausserdem sind wir im Gespräch mit weiteren Partnern (SONOS, pro audito) und werden uns auch rechtlich beraten lassen.

Aufruf: Wurde Ihr Gesuch der Hilflosenentschädigung bei der IV abgelehnt? Dann kontaktieren Sie uns bitte. Wir sammeln derzeit alle Negativentscheide um das Ausmass zu überprüfen. Zum Merkblatt «Hilflosenentschädigung».


Vermischtes

SRG SSF: Das Schweizer Fernsehen hat mit diversen Hörbehinderten-Organisationen (u.a. Schweizer Gehörlosenbund SGB-FSS, SONOS, pro audito und SVEHK) eine Vereinbarung unterzeichnet. Diese hat zum Ziel, bis zum Jahr 2022 die Sendungen und Webangebote zu untertiteln. Neu sollen 80% der Inhalte eine Untertitelung erhalten; derzeit sind es 50%. Zudem sollen 1000 Sendestunden mehr in Gebärdensprache ausgestrahlt werden.

 

Eine Studie soll das Nutzungsverhalten von hörbeeinträchtigten und gehörlosen Zuschauern des interaktiven Fernsehens (HbbTV) untersuchen. In einem Gespräch von 1-1,5 Stunden können Interessierte das aktuelle Angebot und Prototypen ausprobieren. Das Interview findet in Bern statt (Giacomettistrasse 1) und wird mit CHF 100 entschädigt. Ein Gebärdensprachdolmetscher steht bei Bedarf zur Verfügung. Schauen Sie regelmässig fern und möchten Sie mitmachen? Melden Sie sich bei Florin Zehnder (Tel. 076 822 04 24).

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SONOS: "Ausgefuchst" heisst ein neues Kinder-und Jugend-Magazin, das vom Verlag Fingershop mittels einer Crowdfunding-Kampagne veröffentlicht werden soll. Das Magazin wird angefüllt sein mit spannenden Themen, die Jugendliche ansprechen. Das Besondere: Die Inhalte werden auf Gebärdensprache übersetzt und auf der Webseite veranschaulicht. Wer das Projekt unterstützen will, findet hier mehr Infos.

SHIRS (Schwerhörige in Regelschulen) ist ein neues Lehrmittel für den integrativen Unterricht von hörbeeinträchtigten Schülern in Regelklassen. Jana Trachsel, SONOS-Vorstandsmitglied, hat das Lehrmittel entwickelt. Beteiligt waren gehörlose und hörende Teammitlieder. SHIRS besteht aus einem Jahreskalender und einer Webseite, die für jeden Tag im Jahr Tipps und Tricks, Material und Übungen für den Schulunterricht bereitstellt. Interessiert? Hier geht's zu weiteren Infos.

 

 

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